Serpentinenstraße durch dramatisches Gebirge
Route

Alpenüberquerung im Camper: Die schönsten Pässe

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Anna Bergmann

8. Mai 2025· 9 Min. Lesezeit

Großglockner, Gotthard, Stilfser Joch — wir stellen die spektakulärsten Alpenrouten für Vanlifers vor.

Die Alpen zu überqueren gehört für viele Vanlifers zu den absoluten Bucket-List-Erlebnissen. Schmale Serpentinen, Panoramablicke, die Luft wird dünner, die Stimmung besser. Wir stellen die legendärsten Pässe vor — und was ihr unbedingt wissen müsst, bevor ihr losfährt.

Großglockner Hochalpenstraße (Österreich)

Mit 2.571 Metern Scheitelhöhe ist die Großglockner Hochalpenstraße eine der höchsten Asphaltstraßen Europas. Die Strecke führt von Bruck an der Glocknerstraße über 48 Kilometer bis nach Heiligenblut — vorbei am Gletscher, durch Scharte und Serpentinen. Die Aussicht auf den Pasterzengletscher und den Großglockner selbst ist einmalig. Wichtig: Mautpflicht (ca. 38 Euro für Pkw/Camper), und die Straße ist nur von Mai bis Oktober geöffnet.

Großglockner-Tipp

Früh morgens fahren (vor 9 Uhr) oder abends — tagsüber ist die Straße extrem voll. Die Lichtverhältnisse bei Sonnenaufgang sind ohnehin spektakulär.

Stilfser Joch (Italien)

Das Stilfser Joch ist mit 2.757 Metern der höchste asphaltierte Gebirgspass der Ostalpen — und dank seiner 48 Serpentinen auf der Nordrampe eine Legende unter Motorradfahrern und Campern. Die Strecke von Prad am Stilfserjoch bis Bormio in der Lombardei ist technisch anspruchsvoll: enge Kehren, steile Abschnitte, manchmal entgegenkommende Motorräder auf einer Fahrbahn. Wer mit einem größeren Van fährt, sollte sehr geübt sein.

Gotthard-Pass (Schweiz)

Der Gotthard verbindet seit Jahrhunderten Nord- und Südeuropa. Wer den Tunnel meidet und die Passstraße nimmt, wird mit einer der schönsten Alpenüberquerungen belohnt. Die alte Tremola-Pflasterstraße auf der Südseite ist für Camper mit guter Bodenfreiheit ein unvergessliches Erlebnis — aber nichts für Fahranfänger. Alternativ: die neue Passstraße ist breiter und asphaltiert.

Die erste Kurve auf dem Weg runter nach Airolo — und dann dieser Blick ins Tessin, das Grün, der Geruch nach Süden. Das ist einer meiner Lieblingsmomente aus fünf Jahren Vanlife.

Rainer H., Vanlife-Fotograf

Timmelsjoch (Österreich / Italien)

Das Timmelsjoch (2.509m) verbindet das österreichische Ötztal mit Südtirol. Weniger bekannt als Großglockner oder Stilfser Joch, aber nicht weniger schön. Die Straße ist schmaler, der Verkehr geringer — und die Landschaft des Ötztals ist von einer rauen Schönheit, die man so schnell nicht vergisst. Auf dem Weg: das Ötztal mit Sölden und Umhausen, berühmt durch den Ötzi-Fund.

Reschenpass (Österreich / Italien)

Der Reschenpass ist weniger spektakulär als die anderen Pässe auf dieser Liste — dafür eignet er sich hervorragend als Durchfahrtsroute mit einem großen Van. Die Straße ist breit, die Steigungen moderat. Besonderes Highlight: Der Reschensee mit dem aus dem Wasser ragenden Kirchturm des versunkenen Dorfes Graun — eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Südtirols.

Wichtige Hinweise für alle Pässe

  • Öffnungszeiten prüfen: Fast alle Pässe sind von November bis Mai gesperrt
  • Maut einplanen: Großglockner, Timmelsjoch und Stilfser Joch sind kostenpflichtig
  • Van-Größe beachten: Für Fahrzeuge über 7,5t oder 2,10m Breite sind manche Pässe gesperrt
  • Ausreichend Kraftstoff: An Pässen gibt es oft keine Tankstellen
  • Wetter prüfen: Bergwetter kann sich schnell ändern, Schnee auch im Sommer möglich
  • Frühmorgens fahren: Weniger Verkehr, besseres Licht, kühlere Temperaturen
  • Bremsen schonen: Motor bremst lassen, nicht dauerhaft Bremse treten

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